Diskutieren, Ideen entwickeln, ins Gespräch kommen.

LINKE Bildungskonferenz in SH (Bildelement: so47@fotolia.de)

Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern von Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Institutonen und Schulen werden wir die verschiedenen bildungspolitischen Herausforderungen diskutieren und unsere LINKEN Bildungsthesen und Positionen auf den Prüfstand stellen. Wir freuen uns auf Ihre und Eure zahlreiche Teilnahme, spannende Diskussionen und Gespräche auf den Podien, in den Workshops und auf den Gängen!

Bericht vom Workshop „Schule”

06. November 2011  Auswertung
Workshop Schule

Über das Schulsystem in Schleswig-Holstein wird seit mehreren Jahren stark diskutiert. An Schulen tätige Elternverbände, Schülervertretungen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben zahlreiche Kritikpunkte, die sowohl systematisch als auch pädagogischen Bezug haben. Kurz gefasst: das Schulsystem in seiner jetzigen Form, ist marode und nicht mehr zeitgemäß. Darüber waren sich die Teilnehmer des Workshops von Anfang an einig und diskutierten über zahlreiche Missstände und mögliche Alternativen.

Hauptthema war das bisher bestehende dreigliedrige Schulsystem, welches seit kurzem durch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu sogenannten Regional- oder Gemeinschaftsschulen, zwar offiziell nicht mehr existent ist, aber in den Köpfen der Leute noch immer als aktuell ausgefasst wird, was prinzipiell auch richtig ist, da innerhalb dieser “neuen” Schulart weiterhin zwischen “gut” und “schlecht” segmentiert wird.
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Bericht vom Workshop „Berufsausbildung”

05. Oktober 2011  Auswertung
Junger Gewerkschafter mit DGB-Ausbildungsreport

Situation

Mit der Situation der beruflichen Ausbildung in Schleswig-Holstein steht es nicht zum besten – hierbei waren sich alle Anwesenden einig.
Im jüngsten Ausbildungsreport der DGB-Jugend für Schleswig-Holstein (hier als pdf, 520kb), welcher von einem jungen Gewerkschafter vorgestellt wurde, sind hierzu erschreckende Tatsachen genannt:

  • rund ein Fünftel der derzeitigen Auszubildenden schätzt ihre Ausbildungssituation als „katastrophal“ ein,
  • insgesamt 43% der derzeitigen Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden, 21% der derzeitigen Auszubildenden erhalten hierfür keinerlei zeitlichen oder finanziellen Ausgleich.
  • Für über 80% der derzeitigen Auszubildenden ist die weitere berufliche Perspektive (auch) nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung völlig unklar.

Insbesondere in der (für Schleswig-Holstein überdurchschnittlich bedeutenden) Branche des Hotel- und Gaststättengewerbes sind die Ausbildungsbedingungen derart schlecht, dass sich die DGB-Jugend dazu genötigt sah, Lehrstellensuchende vor der Aufnahme einer Ausbildung in diesem Bereich zu warnen.
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Bildungskonferenz diskutierte über Standpunkte und Alternativen

26. September 2011  Auswertung
LINKE Bildungskonferenz 2011

Die Bildungskonferenz am vergangenem Sonntag war ein Erfolg. Zahlreiche Gäste, aus verschiedenen Verbänden und Organisationen, kamen in die Kieler “Pumpe”, um über die Ausrichtung und Positionierung LINKER Bildungspolitik zu diskutieren. Nach zwei inhaltlich abwechslungsreichen Podien, die den TeilnehmerInnen einen breiten inhaltlichen Überblick verschafften, teilten sich die Teilnehmer in die verschiedenen Workshops auf, die jeweils von zwei Betreuern begleitet wurden. Die Workshops waren so besetzt, dass alle thematischen Eckpunkte, die innerhalb der Bildungspolitik verankert sind, behandelt und diskutiert werden. Ziel war es, Thesen und Standpunkte zu formulieren, die der aktuellen bildungspolitischen Lage gerecht werden, und gleichzeitig Alternativen beinhalten, die für eine linke Bildungspolitik von Bedeutung sind.
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Vielen Dank an alle Beteiligten!

25. September 2011  Auswertung

Die gestrige Bildungskonferenz der LINKEN war ein voller Erfolg. Zahlreiche Interessierte fanden sich trotz sonnigem Spätsommerwetter ein und haben angeregt über die bildunspolitischen Herausforderungen in Schleswig-Holstein diskutiert.
Besonders freut, dass auch viele junge Menschen teilgenommen haben, um ihre Gedanken und Ideen als direkt Betroffene einzubringen.

Die Ergebnisse der Workshops und Podiumsdiskussionen werden in den nächsten Tagen in Schriftform gebracht, hier veröffentlicht und letztlich in einem Reader zusammengefasst.


Hier ein paar erste Eindrücke von der Bildungskonferenz:

Thesen zum Bildungsbegriff

21. September 2011  Thesenpapier
Kinder

Thesenpapier der LAG Bildung in der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein

  1. Bildung ist dann emanzipatorisch, wenn sie über die bloße Vermittlung von Wissen hinaus am Handeln einer Person und der gesellschaftlichen Interaktion ansetzt. Emanzipatorische Bildung ist demnach stets politische Bildung.
  2. Bildung als Prozess muss sich sowohl inhaltlich, als auch organisatorisch an den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen orientieren.
  3. Je wettbewerbsorientierter die schleswig-holsteinische Bildungslandschaft gestaltet ist, desto mehr Menschen werden ausgegrenzt und die Bildungsmisere weiter verschärft.
  4. Wissensvermittlung steht nicht unbedingt im Vordergrund. Bildung sollte vielmehr der Förderung von sozialer Kompetenz und ökologischem Bewusstsein ausgerichtet sein.
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Anmerkungen zu den „Thesen zum Bereich Schule“ der LAG Bildung

19. September 2011  Debatte

Von Simon Hanl (Linksjugend ['solid] und DIE LINKE.SDS Kiel)

Der Artikel geht kritisch und ergänzend auf die „Thesen zum Bereich Schule“ der LAG Bildung ein, die in Vorbereitung auf den Workshop „Schule“ verfasst wurden und hier zu finden sind.
Ich verweise auch auf ein Positionspapier der Linksjugend ['solid] Schleswig-Holstein, wo wir das deutsche Bildungssystem ausführlicher analysieren – dieses ist hier zu finden.

Demokratische Schule oder Klassenschule?

Schule hat, wie eh und je, die Funktion zu selektieren, d.h. unter den Beschulten ein Ranking vorzunehmen. Über die Selektion werden Bildungsprivilegien der „Bessergestellten“ reproduziert, das beweisen einschlägige Zahlen. So sind es bloß 15 % der Studierenden, die aus der „niedrigen sozialen Herkunftsgruppe“ kommen. Zu dieser Gruppe zählen Kinder von Beamten des niedrigen und mittleren Dienstes, Angestellte mit ausführender Tätigkeit, Facharbeiter, unselbstständige Handwerker und ungelernte oder angelernte Arbeiter.1 Ganzen Beitrag lesen »

Thesen zur Berufsausbildung

19. August 2011  Thesenpapier
Berufsausbildung

Thesenpapier der LAG Bildung in der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein

  1. Ein Rechtsanspruch auf eine Berufsausbildung ist nötig. Dieser muss Eingang in die Landesverfassung finden.
  2. Noch immer finden jedes Jahr 5000 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz. Eine Ausbildungsplatzumlage muss her. – Wer nicht ausbildet muss zahlen!
  3. Im Bündnis für Ausbildung sitzen jedes Jahr Landesregierung, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände an einem Tisch und verabschieden gut gemeinte unverbindliche Absichtserklärungen. Ein Bündnis für Ausbildung hat nur dann einen Sinn, wenn die Arbeitgeberseite sanktionsbewehrte Zugeständnisse macht.
  4. Das duale Ausbildungssystem alleine gewährleistet nicht die passende Ausbildung für alle. Daher brauchen wir ein pluraleres Ausbildungssystem (überbetriebliche Ausbildung, schulische Berufsbildungsgänge etc.)
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Thesen zum Bereich Schule

19. August 2011  Thesenpapier
Schulunterricht (Quelle: Metropolitan School@wikimedia commons CC-BY-SA 3.0)

Thesenpapier der LAG Bildung in der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein

  1. Chancengleiche Schulstrukturen bedürfen einer ganztägigen Betreuung, bei der alle Schülerinnen und Schüler zehn Schuljahre gemeinsam unterrichtet werden und sie anschließend in zwei bis vier Jahren zur Hochschulreife bzw. zur Berufsausbildung geführt werden. Für eine erfolgreiche schulische Ausbildung der Jugendlichen müssen berufliche Maßnahmen oder Kurse an Universitäten verpflichtend in die Stundentafeln aufgenommen werden.
  2. Je repressionsfreier und individueller der Unterricht, desto größer ist der Lernerfolg. Durchlässige, klassenübergreifende Strukturen und individuelle Wochenpläne sind Grundlagen der individuellen Förderung.
  3. Durch den Ersatz der Noten durch Lernplangespräche, kann jedem Schüler und jeder Schülerin ein individueller Lernplan gestaltet werden.
  4. Ein umfassendes Ganztagsangebot bietet jedem Kind ausreichend Möglichkeit sich frei zu entfalten und unabhängig der sozialen Herkunft umfassend gemeinsame Freizeitangebote zu nutzen.
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Thesen zum Bereich Kindertagesstätten und vorschulische Förderung

19. August 2011  Thesenpapier
Kindergarten (Quelle: daveparker@flickr.com CC-BY 2.0)

Thesenpapier der LAG Bildung in der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein

  1. Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ist abhängig von der Qualität der frühkindlichen Bildung und Förderung.
  2. Vorschulische Bildung ist besonders für Kinder mit Migrationshintergrund oder mangelnden Sprachkompetenzen in Deutsch und Kinder aus bildungsfernen Schichten entscheidend für ihre Chancen im späteren Leben.
  3. Der verpflichtende Besuch einer Bildungsstätte und die damit einhergehende Beitragsfreiheit sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche und umfassende frühkindliche Förderung aller Kinder.
  4. Vorschulische Förderung ist dann erfolgreich, wenn sie für die Kinder Anreize schafft, sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Der Fokus muss daher auf die Entwicklung der Persönlichkeit und der sozialen Kompetenzen und weniger auf die passive Vermittlung von Inhalten gelegt werden.
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