
Thesenpapier der LAG Bildung in der Partei DIE LINKE. Schleswig-Holstein
- Chancengleiche Schulstrukturen bedürfen einer ganztägigen Betreuung, bei der alle Schülerinnen und Schüler zehn Schuljahre gemeinsam unterrichtet werden und sie anschließend in zwei bis vier Jahren zur Hochschulreife bzw. zur Berufsausbildung geführt werden. Für eine erfolgreiche schulische Ausbildung der Jugendlichen müssen berufliche Maßnahmen oder Kurse an Universitäten verpflichtend in die Stundentafeln aufgenommen werden.
- Je repressionsfreier und individueller der Unterricht, desto größer ist der Lernerfolg. Durchlässige, klassenübergreifende Strukturen und individuelle Wochenpläne sind Grundlagen der individuellen Förderung.
- Durch den Ersatz der Noten durch Lernplangespräche, kann jedem Schüler und jeder Schülerin ein individueller Lernplan gestaltet werden.
- Ein umfassendes Ganztagsangebot bietet jedem Kind ausreichend Möglichkeit sich frei zu entfalten und unabhängig der sozialen Herkunft umfassend gemeinsame Freizeitangebote zu nutzen.
- Schule kann nur dann freiheitliche, demokratische und selbstbestimmte Individuen fördern, wenn sie die Beteiligung und Gleichberechtigung aller Kinder, Jugendlichen und an der Erziehung Beteiligten sicherstellt.
- Schule muss einen Beitrag zur Förderung des kulturellen Dialogs, der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund und der Toleranz zwischen den Kulturen fördern, um so den Grundstein für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in Schleswig-Holstein zu legen.
- Eine zeitgemäße LehrerInnenausbildung kann es nur dann geben, wenn das pädagogische Personal unabhängig der Schulform ausgebildet wird und eine Spezialisierung lediglich in Abhängigkeit der Schulstufen stattfindet. Nur so lassen sich die individuellen Bedürfnisse der Kinder verschiedener Entwicklungsstufen angemessen berücksichtigen.
- Die Idee einer inklusiven Bildung, bei der alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam unterrichtet werden kann nur mit ausreichend und gut ausgebildetem Personal verwirklicht werden. Die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention in der Schule ist durch die enorme Personaleinsparung in Schleswig-Holstein nicht möglich.
- Schule ist dann erfolgreich, wenn sie gezielt didaktische Grundlagen und Lernmethoden humanistischer Bildungstheorien anwendet und die Vielzahl der Medien verwendet, um Leistungsbereitschaft, Motivation und Freude am Lernen zu fördern.
- Ein gemeinsamer Ethik-Religionskundeunterricht im interkulturellen und interreligiösen Umfeld bietet die Chance, einen Beitrag zu Toleranz, Respekt und Dialogfähigkeit unterschiedlicher Glaubens- und Religionsgemeinschaften zu leistet und ist deshalb dringend erforderlich.